Unter dem Wiener Musikverein verstehen wir Wiener nicht nur eine Gruppe von Menschen, die die Liebe zur Musik vereint. Wir verstehen darunter auch jenes Gebäude, in dem der Wiener Musikverein wirkt. Und genau dieses Haus ist ein äußerst traditionsreiches Konzerthaus in Wien.

Die Geschichte eines Konzerthauses

Die Geschichte des Hauses hängt untrennbar mit der Geschichte des Vereins zusammen. Dieser wurde im Jahr 1812 als Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gegründet. Die ersten Konzerte fanden ab dem Jahr 1831 in einem Saal an den Tuchlauben statt.

Doch schon bald war diese Location zu klein. Mit der Stadterweiterung wurde ein Bauplatz am Wienfluss gegenüber der Karlskirche für ein Konzerthaus für die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien reserviert.

Zwei Säle für unterschiedliche Verwendungszwecke

Das Haus des Wiener Musikvereins befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk auf dem Musikvereinsplatz. Geplant waren zwei Säle, wovon ein großer für die Orchesterkonzerte reserviert sein sollte. Ein kleinerer Saal sollte den Kammermusikkonzerten zur Verfügung stehen.

Bei der Errichtung kam den Steinmetzen Wiens wie bei so vielen anderen Wiener Bauwerken wieder große Bedeutung zu. Für den Bau wurden Sandsteine aus St. Margarethen und Breitenbrunn sowie harte Kalksteine aus dem Kaisersteinbruch aus Wöllersdorf und am Leithagebirge verwendet.

Die Antike als Vorbild

Das Gebäude des Musikvereins entstand im historisierenden Stil. Als Vorbild diente einmal mehr die griechische Antike. Dafür stehen die Säulen, die Giebel-Reliefs und die Karyotiden. Ein Tempel für die Musik war entstanden und das mitten in unserem schönen Wien.

Das Gebäude ist jedoch nicht nur von außen eine Augenweide. Auch das Innere kann sich sehen lassen. Der Große Saal verfügt über ein Deckengemälde von August Eisenmenger und Plastiken von Franz Melnitzky. Er ist auch besser bekannt als der “Goldene Saal” und gilt heute als einer der besten Konzertsäle der ganzen Welt.

Neujahrsbeginn im Großen Saal

Dieser Saal ist alljährlich Schauplatz einer weltweit bekannten Veranstaltung. Hier findet das jährliche Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker statt. Lange Zeit war der Saal auch Ort für das alljährliche Konzert zum Nationalfeiertag sowie für den Philharmonikerball.

Der Kleine Saal erhielt 1993 wieder seine ursprüngliche Form und besticht mit roten Säulen und grünem Marmor an den Wänden. Die vier unterirdischen Säle wurden nach jenen Materialen benannt, aus denen sie großteils bestehen: Glas, Metall, Holz und Stein.

Im Jänner 1870 erfolgte die feierliche Eröffnung mit einem Konzert. Die Kritik war einhellig positiv. Grund war die hervorragende Akustik des Großen Saales. Diese Neuigkeit verbreitete sich in Kürze über die ganze Welt.

Schon bald erkannte man, dass auch der Kleine Saal dem großen Bruder in nichts nachstand. Im Jahr 2004 entstanden vier weitere Säle, die allerdings unterirdisch liegen. Sie bieten Raum für Workshops, Konferenzen und Proben. Aber auch Konzerte und Empfänge finden hier statt.

Für Musikbegeisterte aus aller Welt stellt eine Veranstaltung im Musikverein Wien einen absoluten Pflichtbesuch dar. Konzerte, die hier stattfinden, bedeuten Musik in höchster Perfektion. Musik-Größen wie die Wiener Philharmoniker sorgen für Musikgenuss vom Feinsten.

Der Musikverein Wien kann mittels Führungen besichtigt werden.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9.00 - 20.00 Uhr
Samstag 9.00 - 13.00 Uhr

Lage/Anreise